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Franz Kirch, * Grein (O.Ö.), 11. 1. 1868; † Ybbs a. d. Donau (N.Ö.), 20. 10. 1946, Mundartdichter, 

 

war Sohn eines Bürstenbinders aus Duisburg, der nach Österr. einwanderte und sich zunächst in Grein, später in Ybbs an der Donau niederließ. Kirch erlernte dort das Bürstenbinderhandwerk und ging anschließend auf Wanderschaft, was ihn durch die Schweiz, Deutschland, Frankreich bis nach England führte. Mit 20 Jahren übernahm er das Geschäft des Vaters, war ab 1901 Gemeinderat und 1919–1934 Bürgermeister von Ybbs. Seine tief empfundenen und gedankenreichen Gedichte haben vor allem die Heimat, die Stadt und die Natur zum Thema, welche er mit den Inhalten seines Lebens verknüpfte.

„Meine dichterische Tätigkeit stammt schon aus meiner frühesten Jugend und war stets meine Lieblingsbeschäftigung.“, schrieb Franz Kirch von sich selbst. Mit der Sprache, Denkweise und Lebensform der Ybbser Bevölkerung war er – später auch als langjähriger Bürgermeister – wohl vertraut, wählte gerne, häufig und wirksam die Mundart und fand darin seine Berufung.

Seine Dichtung wirkt weder geschraubt noch konstruiert. Der lebendige Fluss seiner Verse und Reime beinhaltet das tiefe Empfinden für alles Schöne und Bewegende, das die Jugend von einst erfüllte und schätzte. Sie berührte später die Nachkriegsgeneration unseres Ybbser Landstrichs, wiewohl sie auch in Zukunft die Menschen wieder begeistern möchte.

Der Herausgeber Otto Ebner bemühte sich schon zu Lebzeiten des Dichters um Veröffentlichung seiner Werke – und beinahe sollte es gelingen. Doch infolge der Kriegswirren musste dieses Vorhaben scheitern. So konnte der Band „Mein Vermächtnis“ als Auswahl von Franz Kirchs Gedichten erst zu dessen 90. Geburtstag erscheinen.

Zum 80. Todestag des bewegenden Heimat-Lyrikers, der in unermüdlicher Begeisterung bis zuletzt an seinem Werk gearbeitet hatte, möchte ich dem Herzenswunsch des Dichters und auch seines Herausgebers nachkommen und ihrer großen Liebe zu Ybbs gedenken:

 

A bissal wo hoatas – a bissal wos trüabs,
A bissal wos krampats – a bissal wos liabs,
A bissal wos süaß´s und a bissal wos sau´s,
Da habt´s mei gaunz Sacherl, hiatzt suacht´s Eng wos aus.

 

"Mein Vermächtnis", erschienen im Selbstverlag Franz Kirch; Herausgeber: Otto Ebner, Ybbs / Donau, 1958, zum 90. Geburtstag des Autors